How-to: CFD-Trading für Einsteiger (Tutorial)

Ein kleines Tutorial: Für Börsen-Einsteiger gibt es viele mögliche Wege, zu gehen. Das Vorurteil, Handeln an der Börse sei gefährlich, da man viel Geld verlieren könne und dass man überhaupt viel Geld brauche, um zu investieren, da die „Bank“ immer gewinne, ist, mit Verlaub, Bullshit (nichts gegen Bullen^^). Im folgenden Beitrag möchte ich versuchen, dies zu begründen und Einsteigern die Basics erklären, die es braucht, um eben nicht „in den Hammer“ zu laufen.

Zum Vorurteil der „gefährlichen“ Börse

Viele Berufe können gefährlich sein; wer ohne Grundlagenwissen oder mit Regelverletzung arbeitet, läuft Gefahr, einen Unfall oder auch einen finanziellen Verlust zu erleiden bzw. zu verursachen. Auch im Börsenhandel müssen zuerst ein gewisses Mass an Wissen und Erfahrung gebildet werden. Wer dies missachtet, oder die erste Phase „überspringen“ möchte, wird das Vorurteil bestätigt erhalten.

Wer aber, bevor er sich mit realem Kapital ans Traden wagt, die Arbeitsumgebung, die Werkzeuge, die Produkte und auch deren Abhängigkeiten/Verflechtungen kennenlernt, und vielleicht mit einem Demo-Konto üben kann, minimiert bereits die Gefahr erheblich.

Um auf den Punkt zu kommen: vor dem Traden mit realem Geld sollte man lernen, was der Begriff Risikominimierung bedeutet. Und man sollte sich erst in das Thema Charts und Trends einarbeiten.

Trotzdem:

Da CFDs in der Regel gehebelte Geschäfte sind, können schon in kurzer Zeit sehr hohe Verluste entstehen, die sogar weit über den anfänglichen Einsatz hinausgehen können.

WIKIPEDIA

Der Einstieg: ein Online-Handelskonto

Zuerst braucht man ein Handelskonto bei einem Online-Broker, der CFD-Trading anbietet. Denn es gibt ja auch andere Arten von Börsenhandel als CFD. Wer also auch gerne mal Aktien handelt, braucht vielleicht einen anderen Online-Broker.

Wo liegen die Unterschiede bei den verschiedenen Brokern?
Wo/Wie verdienen Broker (an mir)?
Hierbei sollte man ein seriöses Geldinstitut auswählen. Das Anlegen eines Handelskontos sollte kostenlos sein. Manche Broker erwarten gewisse Mindestbedingungen, z.B. ein Mindestkapital. Dies ist aber nicht praktisch, wer mit wenig Geld starten möchte. Achte bei der Wahl Deines Brokers auf die „Spreads“ (Geld-Brief-Spanne) und Margins. Kosten können auch bei Aufträgen (Order), Kontoführungsgebühren, Transaktionskosten, Zinsen (Haltekosten) oder zum Beispiel bei Dividendenauszahlungen entstehen.

Damit man flexibel arbeiten kann, sollte der Anbieter neben dem CFD-Trading auch den Handel an allen deutschen Börsen, an den US-Börsen sowie den ausserbörslichen Handel unterstützen.

Bei mir ist es so, dass ich in der Schweiz lebe; deshalb habe ich mehrere Konten. CFD-trading mache ich bei CMC Markets, den Aktienhandel erledige ich mit FLATEX. Zudem habe ich entsprechend zwei Schweizer Kontos. Natürlich können auch Aktien mittels CFD gehandelt werden.

Hier auf cfd.video.blog beschränke ich mich vorerst auf CFD-Trading bei CMC Markets.

Im Test-Vergleich: Online-Broker Übersichten

Im Internet findet man Vergleiche von Onlinebrokern, hier ein paar Links:

Basic: Was ist Traden? Was ist CFD?

Trading ist das Handeln von Finanzprodukten an der Börse. Beim „normalen“ Handeln, z.B. beim Aktienhandel, kann bloss ein bestimmtes Produkt gekauft und zu einem späteren Zeitpunkt wieder (teurer) verkauft werden. Dabei kann man aber nur auf steigende Kurse setzen. Beim CFD-Handel kann auch „abwärts“ gehandelt werden. Je nach Onlinebroker kann sogar gleichzeitig ein Verkauf und Kauf des selben Produktes gehandelt werden.

CFD sind „Differenzkontrakte„, meist gehebelte Produkte: das bedeutet, dass man z.B. mit einem Einsatz von 100 Euro in Wirklichkeit mit 1000 Euro handelt. Der Einsatz, das gebundene Kapital, ist die Margin. Wird der Trade geschlossen, wird auch die Margin wieder freigegeben.

Die direkten Kosten für einen Trade ist dessen Spread. Diesen Spread zahlt man beim Start eines Trades vorab; das bedeutet, der Trade beginnt im Minus. Diese Spreads sind aber eigentlich sehr klein (billig), z.B. 1 bis 5 Punkte. Wieviel Geld ein Spread real ausmacht, hängt von der Menge an Produktteilen ab, die man handelt. Tradet man beispielsweise mit wenig Kapital (< 100 Euro), ist dieser Spread vernachlässigbar, da es sich bloss um ein paar Cents handelt.

Ein CFD-Trade kann mit wenigen Mausklicks gestartet und auch wieder geschlossen werden. Das Schöne an CFDs: man kann auch „abwärts“ traden, nicht bloss aufwärts. Beim Aktienhandel müssen erst Aktien gekauft und später zum höheren Preis wieder verkauft werden.

Der Kurs-Chart

Ein Chart ist die Visualisierung eines Kursverlaufs. Die Senkrechte ist dabei der Wert des Kurses und die Horizontale ist die Zeitachse. Ein Chart zeigt also ein Wertverlauf eines bestimmten Produkts in einem bestimmten Zeitraum.

Es gibt verschiedene „Mittel„, quasi Styles, um den Kursverlauf darzustellen; die bekanntesten sind die „Linie“ oder die „Kerzen“ (Candlesticks).

In der folgenden Grafik sehen wir also z.B. einen Linienchart in einem Zeitraum von 5 Monaten:

Wenn man also genug Erfahrung gesammelt hat und mit realem Kapital und CFDs arbeiten will, sollte man, grob beschrieben, nach folgendem Muster einen Trade gestalten:

1. Erkenne einen Trend

Ein Kurs, egal welcher Art, steigt oder fällt. Manchmal dauert ein Steigen oder Fallen aber länger und hält an. „Normal“ ist: wenn ein Kurs („T1“, Tief 1), der gestiegen ist, sein „Hoch“ („H1“, Hoch 1) gefunden hat, erholt er sich naturgemäss wieder ein Stück, fällt aber nicht mehr so tief, wie er gestartet ist – sein neues „Tief“ („T2“) ist dann höher als das letzte „Tief“ („T1“) . Dann zieht der Kurs wieder weiter hoch und erreicht ein neues „Hoch“ („H2“), höher als das letzte „Hoch“. Solange so ein Muster anhält, spricht man von einem Trend. Die Beispielgrafik eines Aufwärtstrends:

Neben Aufwärtstrend und Abwärtstrend gibt es auch den neutralen „Seitwärts“-Trend bzw. -Kanal. Beim Seitwärtskanal sind die gebildeten Hochs und Tiefs stets auf gleicher Höhe und der Kurs bewegt sich innerhalb dieser Marken hin und her, schafft es also weder gegen oben noch nach unten auszubrechen. Die Beispielgrafik zum Seitwärts-Trend bzw. -Kanal:

Unterstützungen und Widerstände

Sobald einige Hochs und Tiefs von einem Kurs gebildet wurden, kann man diese mit unteren und oberen „Begrenzungslinien“ visualisieren (siehe Seitwärts-Grafik). Dabei ist stets die untere Linie die Unterstützung und die obere Linie ein Widerstand. Die Spanne, die zwischen Untertützung und Widerstand ist, nennt man den „Kanal“, oder auch die „Range“. Unterstützungen und Widerstände sind entweder horizontal oder diagonal. Wenn man horizontale und diagonale Linien zeichnet, entstehen auch Dreiecke.

In den folgenden Grafiken sieht man ein paar Beispiele von Trends, Kanälen mit Unterstützungen/Widerständen sowie Dreiecke. Ich versuche bei den Bildern die Konstellation theoretisch hypothetisch rudimentär vereinfacht zu beschreiben 😉

Der Wertverlauf von Gold im „1-Tages-Intervall“ über einen Zeitraum von 11 Monaten. Erkennbar ein Aufwärts-Kanal von Mitte November 2018 bis Ende Februar 2019. Zum aktuellen Zeitpunkt hat sich Gold quasi wieder bis in diesen Kanal hochgearbeitet, seit der Kurs Ende Februar aus diesem Kanal durchbrochen war.
Der Wertverlauf des Währungspaares EUR/JPY im „1-Tages-Intervall“ über einen Zeitraum von 5 Monaten. Relativ gut erkennbar: die zusätzliche Wirkung einer Mittellinie eines Seitwärtskanals.
Der Wertverlauf von Bitcoin (USD) mit Kerzen (Candle-Sticks) im „1-Monats-Intervall“ über einen Zeitraum von 5 Jahren. Die Ansicht ist maximal „herausgezoomt“. Man könnte nun z.B. aus dieser Konstellation herauslesen: Der Kurs wird (grobgesagt) weiter fallen und etwa Anfang oder Mitte 2020 auf seiner Grundunterstützung ankommen (grüner Kreis). Danach wird er wieder hochziehen und am diagonal fallenden Widerstand (z.B. bei 9000) ankommen. Selbstverständlich kann der Kurs jederzeit aus dem Dreieck ausbrechen, aber spätestens in der Spitze des Dreicks (ca. Frühling 2021) wird sich zeigen, ob der Kurs oberhalb oder unterhalb des Dreicks ausbricht (Marke bei ca. 6000).
Der Wertverlauf von Weizen im „1-Monats-Intervall“ über einen Zeitraum von 22 Jahren. Die Ansicht ist maximal „herausgezoomt“. Ein weiteres Dreieck. Wieder ist die Grundunterstützung steigend. Von oben herab folgt seit etwa 2008, vom absoluten „Hoch“ ausgehend, die langfristige Widerstandslinie. Die Spitze des Dreiecks liegt etwa im 2023 – Selbstverständlich kann der Kurs jederzeit aus dem Dreieck ausbrechen, aber spätestens in der Spitze des Dreicks wird sich zeigen, ob der Kurs oberhalb oder unterhalb des Dreicks ausbricht (Marke iirgendwo bei ca. 430). Man könnte nun z.B. aus dieser Konstellation herauslesen: Im Vergleich zum vorherigen Beispielbild (Bitcoin US) hat sich der Kurs innerhalb des Dreiecks bereits weiter entwickelt; Weizen wird auch bereits viel länger gehandelt als Bitcoin. Nach dem ersten, absoluten Hoch, dem „Allzeithoch“, fällt der Kurs nicht direkt herunter bis zur Unterstützung, sondern zieht nach dem Erreichen von etwa 450 wieder hoch bis zum Hauptwiderstand. Der Kurs schafft es exakt dort nicht, den Widerstand zu durchbrechen und fällt bis unter 400, bevor er sich wieder aufrappelt.
Der Wertverlauf des Währungspaares USD/JPY im „1-Monats-Intervall“ über einen Zeitraum von 28 Jahren. Die Ansicht ist maximal „herausgezoomt“. Hier habe ich mehrere horizontale und diagonale Linien gezeichnet, nur schnellschnell. Wir sehen nun mehrere Dreiecke und auch die markanten Horizontalen (Unterstützung/Widerstand). Mein Fazit: USD/JPY fällt auf die Unterstützung bei „100,00“, und dann imho auf die „83,00“. Falls der Kurs aber z.B. bei 100,00 hält und gegen oben aus dem diagonalen Abwärtskanal ausbricht, wäre das Ziel der Widerstand bei „124,00“.
Der Wertverlauf des Edelmetall-Index (CMC Markets) im „1-Stunden-Intervall“ über einen Zeitraum der letzten 15 Tage. Die Ansicht ist maximal „herausgezoomt“. Hier habe ich mehrere horizontale und diagonale Linien gezeichnet, nur schnellschnell. Mein Fazit: der Grundtrend ist vorläufig weiter steigend. Nirgends gibt es grosse Erholungen. Dass der Kurs nach dem Allzeit-Hoch aus dem Aufwärtskanal vorläufig nur eine „Stufe“ gegen unten ausgebrochen ist (Erholung), sagt mir, dass der Edelmetall-Index vorläufig frischfröhlich in die Höhe wandert. Und innerhalb einer weiteren Woche mehrere weitere Allzeit-Hochs ausbilden wird.
Der Wertverlauf von Baumwolle im „1-Stunden-Intervall“ über einen Zeitraum der letzten 11 Tage. Seit etwa dem 25. August ist der Kurs in einem schönen, relativ ruhigen Aufwärtskanal. Mein Fazit: die Zeichen stehen alle auf einen Durchbruch gegen oben. Man sieht, dass die „59,55“ aktuell ein Widerstand ist. Es besteht also sehr wohl die Möglichkeit, dass der Kurs an der aktuellen Stelle aus dem Kanal gegen unten ausbricht, z.B. bis nach „58,45“. Dieses kurzfristige Szenario hier sagt mir aber, der Kurs wird (eher) gegen oben ausbrechen. Deshalb sind auch die oberen Widerstände eingezeichnet: das nächste Ziel wäre die Marke bei „60,70“.

Um einen Trend zu erkennen, gibt es natürlich noch viel mehr weitere Hilfsmittel! Dazu aber später mehr. Das bisher Erwähnte sollte für einen ersten Einstieg reichen. Denn alleine dieser Umgang mit Linien, Diagonalen, Kanälen und Dreiecken sollte ausgiebig geübt werden, auch wenn es wirklich die Basics sind 😉

2. Bestimme einen guten Einstiegspunkt

Falls Du bis hierher mitgelesen hast, muss ich ja jetzt dazu nichts mehr sagen, die Sache ist ja logisch, oder? 😉

Natürlich kann ich aber auch zu diesem Thema vielleicht noch den einen oder anderen wertvollen Tip beisteuern.

Gerade für die Wahl eines guten Einstiegspunkts rate ich, rational und nicht emotional vorzugehen. Rational bedeutet das, was ich oben beschrieben habe: man sucht sich zuerst ein passendes Produkt aus (Index, Währungen, Rohstoffe, Aktien etc) und schaut sich dann erst den Kurschart des aktuellen Tages an („Intraday„), z.B. im „5-Minuten“-Intervall. Dann zeichne ich die horizontalen/diagonalen Linien. Dann schaue ich, ob der Kurs gerade in einem Dreieck oder in einem Trendkanal ist.

Dann zoome ich in einen grösseren Zeitraum (Woche, Monat oder Jahr) heraus und wechsle dazu z.B. in den „1-Stunden“-Intervall. Jetzt sehe ich die (zeitlich) übergeordnete Konstellation. Denn innerhalb eines Intraday-Charts sieht der „Trend“ vielleicht steigend aus, gleichzeitig lastet aber ein starker übergeordneter Abwärtstrend auf dem Kurs.

Wenn man es schafft, rational den Einstieg bei einer auf Linien begründete Marke zu planen/setzen, dann kann man auch das Verlustrisiko („Stop-Loss“) minimieren. Logischerweise ist es dann auch gleichzeitig eine Gewinnmaximierung – vorausgesetzt, der „Plan“ funktioniert 😉

Es gibt weitere, sehr wertvolle Hilfsmittel, den guten Einstieg/Ausstieg zu finden/planen. Solche Hinweislieferanten sind z.B. Indikatoren wie MACD, RSI oder auch Ichimoku. Oft sind Indikatoren Durchschnitte. Die Handelskontoumgebung bietet i.d.R. auch Zeichenwerkzeuge, die man ebenfalls nutzen kann, um sich einen Plan für den nächsten Trade zu ersinnen. Bekannte nützliche Zeichenwerkzeuge sind horizontale/diagonale Linien, Kanal oder auch das „Fibonacci-Retracement“.

Stichwort „Fibonacci“ – Eine kleine Fun-Pause?

Wie spannend, komplex, oft erstaunlich simpel und hilfreich Hilfsmittel sind, zeigt die folgende Grafik eines „Fibonacci“ (Goldkurs). Beim Fibonacci wird ein Startpunkt (Tief, 0%) und ein Endpunkt (Hoch, 100%) gezeichnet. Innerhalb dieser Spanne werden 4 horizontale Linien gezeichnet (bei 23,6%, 38,20%, 50% und bei 61,8%). Insbesondere in Bezug auf die Erholung eines Kursanstiegs ist Fibonacci nützlich, denn eine Kurserholung endet oft bei diesen 23,6%, 38,20%, 50% oder 61,8% (auch nachhaltig).

Ergo: das Fibonacci-Retracement eignet sich gut für die Bestimmung der Marken für Einstieg und Ausstieg eines Trades.

Bei der folgenden Grafik im Tweet von @Northstar ist Start/Ziel gemäss dem Allzeittief/Allzeithoch des Goldkurses und die wichtigsten Dinge werden gezeigt:

Weitere Möglichkeiten, um einen guten Einstiegspunkt zu finden, oder einem schlechten Einstieg aus dem Weg zu gehen:

  • Achte auf die Handelszeiten der internationalen Börsen.
  • Informiere Dich früh morgens vor Börsenbeginn über die wichtigen Termine des Tages.
  • Stimmt das Verhältnis des Verlustrisikos zum Gesamtkapital?
  • Trade nur, wenn Du Zeit, Geld und Geduld hast, dann macht es auch Spass.
  • Übe und lerne in einem Demo-Konto!

3. Bestimme einen „Stop-Loss“ (Verlustgrenze)

Der sogenannte Stop-Loss ist eine bestimmte Kursmarke, bei der ein offener Trade automatisch geschlossen wird, falls der Kurs in die falsche Richtung läuft. Eine Einstellung die vor dem Start und auch später während dem offenen Trade geändert werden kann. Es erklärt sich von selbst, dass ein Stopp-Loss eingestellt werden sollte!

Etwas ironisch aber trotzdem bitterernst gemeint:

Wieviel Risiko (Verlust) man eingehen soll, hängt davon ab, ob man mehr als einen Trade starten können möchte. Es könnte ja sein, dass Du sagst, okay, ich riskiere einfach Kapital XXX.XX Euro und setze aber alles auf einen Trade, okay… aus meiner Sicht aber wäre das ein Kamikaze-Trading 😉

Denn, merke Dir: es ist auch für Profis normal, dass nicht immer alle Trades im Gewinn enden!

Wenn, dann sollte man eher von Prozenten als von Euros sprechen, um die Verlustgrenze für einen Trade zu bewerten.

Um sich das mal in der Praxis vorzustellen: wenn Du z.B. 100 Euro Kontoguthaben startest (so etwa wie ich im Livetrading-Konto aktuell), dann würde ich nie mehr als hmm 10 Prozent Kapital riskieren. In Wirklichkeit handelt es sich bei meinem Traden (mit wenig Geld) um ein, zwei Euro Risiko für einen Trade! Wenn Du also echt 10% Verlust auf Deinem eingestellten Stop-Loss hast, dann stimmt etwas nicht. Bei mir sind es etwa ein bis zwei Prozent Verlustrisiko je Trade!

Ein „vernünftiger“ Trade ist einer erst, wenn er z.B. 10% Gewinn auf das Gesamtguthaben aufweist. Also z.B. 10 Euro bei 100 Euro Kontoguthaben.

Man rechne: so kann ich also locker mehrere, z.B. drei Einstiegsversuche starten (3 mal 2 Prozent = 6%/€ Verlust), wenn erst aus dem vierten Versuch ein vernünftiger Trade wird, und dieser dann zum Beispiel 17 Euro Gewinn bringt.

Weitere Hinweise zum Thema Stop-Loss:

  • Rechne immer ein, zwei „Verarschungen“ ein.
  • Beachte den Spread!
  • Vergrössere das Stop-Loss nicht! Im Gegenteil!
  • Ich kann auch einen Verlust direkt wieder gutmachen.

4. Bestimme ein „Take-Profit“ (Gewinn realisieren, mitnehmen)

Bis jetzt hatten wir ja ne Menge strenge Arbeit, puh, nun kommen wir zur viel angenehmeren Seite und möchten auch endlich Gewinne realisieren! Man nennt es eher Gewinne mitnehmen. Entweder man schliesst einfach offenen Trade (spontan) manuell, oder man stellt ein „Take-Profit“ ein – das Gegenstück zum Stop-Loss. Wenn von einem Kurs ein Take-Profit erreicht wird, dann schliesst der Trade automatisch.

Ob man ein Take-Profit einstellt, oder nicht, ist wohl eine Frage des Charakters eines Traders. Ich selber bin eher einer, der einen „Plan“ für einen Trade hat. Deshalb stelle ich vor dem Start eines Trades etwa bei 7 oder 8 Trades von 10 einen Take-Profit ein. Ich ticke eher anders:

5. Korrigiere den Stop-Loss bloss in Deine Richtung (Stop [ins Plus] mitziehen)

Wann, wo oder weshalb soll ich überhaupt einen Trade schliessen?

Man kann einen Trade auch „laufen lassen“.

Solange mein Trade nicht aufgrund des eingestellten Stop-Loss geschlossen wird, stimmt mein Plan. Wenn der Trade weiter in Richtung Ziel wandert, und bestimmte Hürden (Linien, Fibonacci-Stufen, etc.) überwindet, ziehe ich das Stop-Loss nach. Das heisst, dass ich den beim Einstieg gewählten Abstand, die Spanne zur Grundunterstützung (0%), also das Stop-Loss (Toleranz), auch weiterhin einrechne.

Bei mir ist es in der Praxis so, dass ich den Stop-Loss erst nachziehe, wenn der Kurs drei, vier oder fünf „Stufen“ gewandert ist (Fibonacci!). Dann, z.B. zwei „Stufen“ vor Erreichen des Take-Profits lösche ich dieses! (Vorausgesetzt, ich begleite den Trade und bin gerade online). Ab hier agiere ich eher „gefühlsmässig“: etwa 4 von 10 Trades, die bis zu diesem Punkt gelangen, durchbrechen sogar das (gelöschte) „Take-Profit“! Ab hier ist das ehemalige Take-Profit quasi das neue Stop-Loss 🙂 Dann kann man sich zurücklehnen und sichein neues Take-Profit vorstellen.

Was ich damit sagen will: es ist gut, wenn man rational tradet und konsequent seine gesetzten Marken einfriert, bis der Trade geschlossen wird.

Man rechne: wenn nun 7 von 10 Trades gelingen (Erreichen des Take-Profit). Und wenn aber bei meiner eben beschriebenen Methode gleichzeitig von diesen 7 (überlebenden) Trades ohne Take-Profit etwa 2 oder 3 Trades noch weiter in meine Richtung laufen würden?

Entscheidend ist es, ob man den Trade begleiten kann. Falls ich morgens vor der Arbeit aus dem Haus gehe, starte ich manchmal spontan ein, zwei Trades die ich „laufen lasse“. Da stelle ich immer ein Take-Profit ein.

Die Bestimmung eines Take-Profits ist normalerweise charttechnisch begründet. Es kann aber auch sein, dass Du einfach „100 Euro“ einstellen möchtest, easy 😉

Ich hoffe, Dir hat mein kleines Tutorial zum CFD-Trading gepasst und ich freue mich über Dein Feedback, egal ob Du Anfänger oder ein alter Hase bist.

6. Nutze das Internet: News, Social Media, Wissen, Diskussion

Hier könnte ein Liste mit vielen Links stehen. Diesen Artikel aktualisiere ich eventuell später. Deshalb zum jetzigen Zeitpunkt komprimiert ein paar Links für Anfänger. Das Internet bietet eine Fülle an Informationen für Einsteiger, frag doch Google mal nach „trading tutorial“ oder „trading regeln“.

Social Media
Nutze z.B. Twitter oder Facebook. Folge zuerst einmal einer Handvoll der „grössten, bekanntesten, etabliertesten“ Kanäle aus und abonniere/lese diese. Teile, verbreite, like, diskutiere Beiträge (von anderen). Der Rest passiert von alleine.

Tip: folge zum Beispiel mir „Swiss Trader“ auf Twitter! Ich poste einerseits Tweets zu meinem Live-Trading. Nicht selten teile, like oder kommentiere ich Tweets von anderen Accounts.

Links:

News zu Wirtschaft und Politik
Bzw. „News zu Wirtschaft und Politik“ UND insbesondere jenes Thema mit dem Du handelst! Ist ja logisch: wenn ich CFDs auf Gold trade, dann muss ich mich über Gold informieren 😉 Allgemeine News findet man gut via „Google News“, da werden viele verschiedene News-Portale samt Inhalte geliefert.

Links:

Finanzportale, -Foren und -Blogs
Es gibt einige umfangreiche und gutbesuchte Finanzportale, ebensolche Foren/Boards oder auch Blogs zum Thema Finanzen/Trading. Bei den grossen Portalen kann man oft kostenlos ein Konto anlegen und danach hat man Zugang zu den üblichen Sachen wie Charts, Kurse, [Pseudo-]Depots, Watchlists, Alarme oder Spielereien wie Wettbewerbe und mehr. Auch hier kann man viel lernen. Auf Youtube findet man zudem massenweise Videos zum Thema! Auch deutschsprachig.

Links:

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